Abakuz: Geschichte bis heute

Seit 2003 schon gibt es die Idee in Aschaffenbug, ein selbstverwaltetes Kulturzentrum zu gründen. Es soll Räume bieten für Konzerte, Partys, kulturelle und politische Veranstaltungen. Das Zentrum sollte ein Ort für die unterschiedlichsten Menschen und Ideen sein, welcher unabhängig, kollektiv und in Eigenregie verwaltet wird. Es soll den Grundstein für eine lebhafte und unkommerzielle Kultur legen und Projekte ermöglichen die unter den aktuellen Umständen nicht entstehen können.

Vereinsgründung (2003-2005)
Um die Sache organisiert und mit der nötigen Ernsthaftigkeit die das Projekt verlangt zu starten, gründete sich im Jahr 2003 der gemeinnützige Verein AbaKuZ. Konsens war von Beginn an, dass der Verein und dessen Mitglieder eine antifaschistische Grundeinstellung haben und diese auch nach außen hin offen vertreten. Sprich eine klare Abgrenzung von (Neo)Nazis und Rassimus sowie Homophobie, Fremdenfeindlichkeit, Sexismus und Diskriminierung aufgrund persönlicher Eigenschaften im Allgemeinen.

Nach Vereinsgründung begann die Suche nach geeigneten Räumen – welche leider nach wenigen Monaten vergeblich beendet wurde. So verlor sich auch schon wieder die Idee und die Aktivitäten des Vereins schliefen ein. Nur eine kleine Kerngruppe von 3 Leuten hielt die Vereinsstruktur aufrecht und hielt weiter an der Zentrums-Idee fest.

Zweite Generation (2005-2007)
2005 fand sich eine neue Generation und hauchte dem bereits angestaubten Verein neues Leben ein. In kleinen Schritten versuchten wir nun dem eigentlichen Ziel näher zu kommen. Mittels Vortragsveranstaltungen zu den unterschiedlichsten politischen Themen probierten wir eine Öffentlichkeit zu erreichen und die Idee von Abakuz bekannt zu machen.

Höhepunkt der Veranstaltungen war die „libertäre Vortragsreihe“ 2006/2007: Sieben Veranstaltungen rund ums Thema Anarchie mit Referentinnen und Referenten aus ganz Deutschland (und Bolivien) fanden ein begeistertes Publikum. Zudem unterstütze Abakuz verschiedene Aktionen wie die antifaschistischen Demonstrationen im Jahr 2004 und 2005 oder sorgte für Öffentlichkeit als das autonome Zentrum „Ex-Steffi“ in Karlsruhe geräumt wurde.

Im Winter 2005 mieteten wir zwei kleine Räume in der Haidstraße 18 in Damm. Dort fanden auch Vereinstreffen statt. Nebenbei betrieben wir dort unseren kleinen Infoladen in dem es neben unseren Büchern, Zeitschriften, T-Shirts, Buttons, Aufnäher, Filme und sonstige Dinge und Infos für interessierte Menschen gab.


Los geht’s! (2007-2008)

Seit Herbst 2007 versuchten wir wieder stärker die eigentliche Zentrumsidee in den Fokus zu rücken und beschäftigt uns mit der Frage „wie weiter?“. Realistisch betrachtet waren wir noch weit davon entfernt ein alternatives Zentrum mit Leben zu füllen geschweige den am Leben zu halten – dafür fehlt es nach wie vor an aktiven Mitgliedern.

Zwar haben wir mittlerweile langjährigen Erfahrungen in Sachen Veranstaltungen sammeln können und auch einen relativ großen Kreis an Sympathisanten, doch für ein Projekt in der Größe wie wir uns es vorstellen sind wir noch zu wenige. Zudem wollten wir auch andere Bands, Gruppen und Projekte mit ins Boot holen um das Projekt Abakuz bunt und vielfältig zu gestalten.

Darum beschlossen wir, zukünftig unseren bisherigen Aktionsrahmen auszuweiten. Sprich wir wollen noch viel mehr Menschen für unsere Idee begeistern und mit unseren Aktionen nicht warten bis wir in ferner Zukunft am Tag X ein Zentrum haben. Wir wollten bereits heute alternative Kultur in Aschaffenburg stärken und machen.
Mit einer bunten Mischung aus Musik, Kultur, Politik und anderen Dingen möchten wir Abakuz bekannt machen und möglichst viele neue Leute erreichen. So organisierten wir die die „MOVE YOUR TOWN“-Kampagne für alternative Kultur, welche im Mai 2008 startete, um unseren oben beschriebenen Ansatz zu verwirklichen. Mehr dazu findet ihr auf der Website moveyourtown.blogsport.de

Auf der Suche nach Raum (2009-2010)

Anfang 2009 mussten wir die Räume in der Haidstraße leider verlassen, da dass Haus verkauft wurde. Wir brauchten dringend eine neue Bleibe, um unsere Vereinstreffen abzuhalten und Material zu Lagern. Ende 2009 konnten wir ein kleines Ladenlokal am Brentanoplatz günstig anmieten. Eine Übergangslösung, die wir leider nie so nutzen konnten wie wir es uns erhofft hatten. Dennoch hatten wir so im Jahr 2010 wieder einen festen Anlaufpunkt.

Seit 2008 Veranstalteten wir fast monatlich Konzerte im Jukuz/Jugendhaus und organisierten mit der FAU-Aschaffenburg eine Vortragsreihe zur aufkommenden Wirtschaftskrise. Unter dem Titel „Alles in Frage stellen?“ konnten wir namhafte Kapitalismuskritiker nach Aschaffenburg einladen. Die Veranstaltungsreihe war sehr gut besucht.

Im Sommer 2010 bewegten wir uns auf ungewohntes Terrain und organisierten eine Freiluft-Theatervorführung: „Marie übt die Anarchie“ lockte über 70 Zuschauer an.
Gegen Ende des Jahres hatte unsere Raumsuche Erfolg – endlich schien die Möglichkeit eines öffentlichen Veranstaltungsraums greifbar.

Frust (2011)
Anfang 2011 gab es mal wieder einen Umzug – ab in die Ernsthofstraße 12. Platz auf 2 Etagen, Büros und ein Veranstaltungs- und Lagerraum im Keller. Um die Finanzierung zu Sichern, mieteten wir die Räume gemeinsam mit dem Aschaffenburger Alibri-Verlag an.

Wir luden den zuständigen Brandschutzinspektor ein, planten bauliche Veränderungen für Fluchtwege und nahmen Kontakt zur Stadtverwaltung auf, um einen nötigen Raumnutzungsänderungsantrag zu stellen. Was nun folgte, könnt ihr ausführlich auf unserer Website nachlesen.
Nach Monatelangem hin- und her zeichnete sich im November 2011 immer deutlicher ab, dass die Stadt einen öffentlichen Veranstaltungsraum nicht genehmigen würde. Fluchtweg- und Parkplatzanforderungen waren teils einfach nicht zu verwirklichen.
Dieses Prozedere hat viel Kraft und Nerven gekostet, die kulturelle Arbeit von Abakuz lag teilweise brach.
Dennoch konnten wir das Edelweißpiratenfestival 2011 unterstützen, welches sehr erfolgreich war.

Zur Finanzierung der Miete mussten weiterhin Konzerte veranstaltet werden, eine Situation die wir eigentlich immer vermeiden wollten. Nun hatten uns die ökonomischen Zwänge gepackt.
Die Räume lagen natürlich nicht brach, es wurde ein Büro und ein Lager eingerichtet. Zudem bildete sich eine Siebdruck-Arbeitsgruppe, welche auch auf dem Kommz 2011 ihre Arbeit präsentierte und zum mitmachen einlud. Ein Raum im Erdgeschoss wurde von der Infoladengruppe übernommen, die sich jetzt unabhängig von Abakuz organisierte.

Und wieder einmal… wie geht’s weiter? (2012)
Die Erfahrungen, die wir mit Abakuz in den letzten Jahren gemacht haben, gingen natürlich nicht spurlos an uns vorbei. Es taten sich grundsätzliche Fragen auf – für viele erschien der Zweck des Vereins, die Etablierung eines „alternativen Kulturzentrums“ immer fragwürdiger. Gründe dafür gibt es viele – die ökonomische Realisierbarkeit, politische Barrieren aber auch die Frage, welchen Stellenwert „Subkultur“ überhaupt noch hat. Wir waren und sind also noch in einer Orientierungsphase. Und das kurz vor unserem 10. Geburtstag.
Aber: Wir wollen weitermachen – vielleicht ja mit deiner Unterstützung?